Geschenkideen
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Nun, beginnen wir ganz am Anfang: Was versteht man eigentlich unter einem Geschenk? Dumme Frage? Ganz und gar nicht. Der Wille, Wunsch, auch bisweilen Zwang, einen oder mehrere Mitmenschen mit unseren Geschenkideen zu beglücken, ist doch – zumindest zu bestimmten festlichen Anlässen – ein Teil unseres Lebens, ein Ritual, unlösbart mit unserer Erziehung, unserem Dasein verknüpft. Und ein fester Bestandteil der Sitten und Gebräuche nahezu jeden Kulturkreises. Ein Geschenk ist ein Zeichen der Wertschätzung, der Anerkennung, des Respekts – und natürlich auch der Liebe!

Für den Beschenkten sollten die dargebrachten Gaben Anlass zur Freude sein, das Herz öffnen und erwärmen, Sympathien erwecken und Staunen: Ach, was hast du dir mit deinen schönen Geschenkideen nur für Umstände gemacht! Das wäre doch nun wirklich nicht nötig gewesen! Wie lieb und aufmerksam von dir!
Die Kunst, genau diese positiven Regungen hervor zu rufen, ist durchaus eine schwierige. Gar manch armer Mitmensch ist mit seinen sicherlich gut gemeinten Einfällen nicht nur in ein Fettnäpfchen getreten, sondern hat ein Ganzkörperbad in einer Fritteuse genommen. Geschenkideen, vor allem ausgefallene, haben es in sich. Sie wollen mit Bedacht erwählt sein. Man sollte schon eine mehr als oberflächliche Kenntnis der Person inne haben, die man mit den Ausgeburten seines Einfallsreichtums entzücken möchte. Zum Beispiel macht es doch in der Tat nur wenig Sinn, Jemandem, der unter Höhenangst leidet, einen Gratis-Gutschein fürs Bungee-Jumping oder Fassadenklettern zu verehren.
Man darf beim phantasievollen Kreieren seiner Geschenkideen auch nie die Selbstlosigkeit außer acht lassen. Es geht nicht darum, sich selbst zu produzieren, einen Gefallen zu erweisen, an einen möglichen Nutzen zu denken, der einem aus dem Geben vielleicht erwachsen könnte. Es geht um den Anderen. Um seine Person. Seinen Ehrentag. Sein Wohlbefinden.
Was das Entgegennehmen von Präsenten betrifft, auch dies ist ein oftmals heikler Punkt. Wie tut man am besten seine Freude kund? Wie verbirgt man am geschicktesten, dass man von eben dieser Geschenkidee ganz und gar nicht begeistert ist? Da hätte das Kontrollieren und Beherrschen von Gestik und Mimik schon manch einem Oscar-Gewinner zur Ehre gereicht! Lobenswert erscheint da eine altüberlieferte Sitte der Chinesen: Geschenke werden grundsätzlich niemals vor dem Gebenden ausgepackt, sondern erst später, heimlich und allein im stillen Kämmerlein. So verliert niemand sein Gesicht.
Geschenkideen haben Liebende vereint und Frieden gestiftet, sie haben aber auch Familien entzweit und Zwietracht zwischen Freunden gesät. Geschenke sind – nun ja, so wie das Leben halt, wunderschön, grausam, erhebend, erheiternd – unverzichtbar…
















